06 Juni 2011

Von klitzekleinen und etwas größeren Tierchen



Als treue Kunden des Gärtnerhofs Bienenbüttel finden wir es nur in engen Grenzen großartig, dass wohl ausgerechnet von dort die EHEC-Tierchen ihren Siegeszug durch Norddeutschland antraten.

Die Bienenbüttler Biosprossen gehören seit Jahren zur Stammzutat von Ms. Columbos formidablen Salatkreationen. Daher lausche ich seit den heutigen Neuigkeiten durchaus etwas aufmerksamer in mich hinein als gemeinhin üblich. Doch da tut sich wenig, Außergewöhnliches schon mal gar nicht.

Zurzeit fragen sich natürlich mal wieder alle reflexartig, was man denn noch essen könne, aber wir tun das nicht, sondern: Gibt es eigentlich in Hamburg ein Insektenrestaurant?

Gegrillte Maden, gesottene Heuschrecken, Ameisen mit Röstaromen – klingt doch interessant. Und so was wie EHEC käme zum Beispiel einer Vogelspinne mit Selbstachtung gar nicht erst nicht ins Nest.

Meine Recherchen nach einem entsprechenden kulinarischen Angebot hier in der Stadt blieben jedoch erfolglos. Ich stieß dabei allerdings auf einen ähnlich Interessierten, der so clever war, im vergangenen Dezember mal beim australischen Restaurant Down Under im Grindelviertel nach eventuellen Insektendelikatessen zu fragen.

Die Mailantwort war bemerkenswert pragmatisch und locker, in semantischer wie grammatischer Hinsicht:

„Hallo F.,

erstens: haben wir nicht, zweitens: ist auch grade Winter hier, also keine Insektensaison, drittens: keine Ahnung wer son Scheiss machen würde außer wir.

Also, du bringst die Insekten und wir frittieren dir die.“

Würden alle deutschen Unternehmen ihre Kunden so zuvorkommend behandeln, wären wir Weltmarktführer, und zwar in allem, Punkt.

PS: Das Foto zeigt Travemünde, einen Stadtteil der EHEC-Stadt Lübeck, wo wir heute einen tollen Tag am Strand verbrachten, wenngleich er mir einen gleich zweifachen Spann- und Schienbeinsonnenbrand mit auf den Weg zurück nach Hamburg gab.

Kommentare:

  1. Mir fällt da eigentlich sofort http://www.mongos.de für ein, die sind auch etwas ... sagen wir mal exotischer.

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  2. Aber wo sind die Insekten? Sehe nur Rinderhack und gute Sprüche wie „Was Mousse, das muss“ auf der Speisekarte.

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  3. vielleicht erstmal zum antesten was online ordern? insektenlollies z.b.: http://www.insektenlutscher.de

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  4. Nicht schlecht, die Seite. Obwohl ich mich erst mal auf die frittierten Mehlwürmer konzentrieren werde, ehe der Nachtisch dran ist.

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  5. Nä! Insekten, Würmer und son Zeug würde ich NIEMALS essen, voll eklig!!!
    Vielleicht fangen Sie mal lieber mit den ollen Computerwürmern an, obwohl ich nicht weiß, wie die sich beim Fritieren verhalten....

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  6. Man muss sich auch mal auf neue Erfahrungen einlassen, verehrtes Frl. Krise. Und wer wüsste das besser als Sie!

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  7. Da wird schon wieder ein Hersteller diffamiert, bevor es Labornachweise gibt. Diese Journaille macht mich krank.

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  8. Sina Pengpeng17:17

    In Eimsbüttel gibt es einen Laden namens CUISINE EXTREME, dort bekommt man geröstete Maden mit Käse- und Barbecue-Geschmack. Ebenfalls im Angebot: Käfer und Heuschrecken als Snack. Die Heuschrecken habe ich bereits probiert, man könnte sich bestimmt an den Geschmack gewöhnen. Aber das möchte ich nicht.
    Grüße aus der Seilerstraße!

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  9. Ah, danke für den Tipp. Gewöhnen müssen möchte ich mich natürlich nicht; es muss sofort lecker sein.

    Na, mal schmecken …

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