03 Februar 2012

Momentane Hauptbaustellen (2): Tele2



Die schwedische VerbrecherTelefongesellschaft Tele2 hat meine zusammengenommen 156 Jahre alten Eltern von der Telekom weggelotst und ihnen einen neuen Vertrag aufgeschwatzt. Laufzeit: zwei Jahre.

Leider wird das Ganze im Hintergrund übers Mobilnetz abgewickelt, und in dem Dorf, wo meine Eltern leben, gibt es überhaupt keinen Empfang.

Die beiden können nun schon seit drei Wochen nicht mehr telefonieren, und ich habe das Verfahren kurzentschlossen an mich gezogen, obwohl ich in solchen Fällen dazu neige, zum grundunsympathischen Echauffator zu mutieren.

Bei Tele2 habe ich nach schwierigen Verhandlungen, bei denen ich unter Aufbietung unmenschlicher Kräfte aus rein taktischen Gründen nicht ausfallend wurde, eine außerordentliche Kündigung erwirken können, doch die Rückabwicklung dauert.

Und dauert.

Um sich über den neusten Stand der Dinge zu informieren, fährt mein Vater jetzt immer auf einen Berg hoch überm Dorf, um mich von dort aus mit einem Alice-Handy anzurufen, das wir ihm geschenkt haben. Alice nämlich ist unten im Tal auch nur so zuverlässig wie Regen in der Sahelzone.

Alles schien jedenfalls ganz allmählich einen guten Ausgang zu nehmen. Heute allerdings habe ich erfahren müssen, dass meine Eltern einen weiteren Zweijahresvertrag mit Tele2 haben.

Sie, die mit durchschnittlich vier verschiedenen Menschen telefonieren, von denen drei in ihrem Dorf wohnen und einer in Hamburg, erhalten von Tele2 monatlich einen Einzelverbindungsnachweis – für ungefähr 18 Euro Grundgebühr, so genau wusste meine Mutter das aus dem Stegreif nicht.

Es ist also noch nicht vorbei. Etwas hat überlebt.

(Serie wird fortgesetzt.)

Kommentare:

  1. Sind Sie sicher die richtige Taktik gewählt zu haben? Als Tele2 meiner fast 80 Jahre alten Mutter so einen Vertrag aufgeschwatzt hat, bin ich sehr laut und sehr ausfallend geworden. Den Spaß muss man sich einfach mal gönnen, bringt den Kreislauf in Schwung.
    Ich musste zwar postalisch noch zweimal nachtreten, aber dann war endgültig Ruhe.

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  2. Anonym07:21

    Viel Spaß und vor allem noch viel mehr Geduld bei Ihrem Kampf gegen die Mächte der Telekommunikation. Ich würde Ihnen aus Erfahrung allerdings empfehlen, auf Anrufe bei den Hotlines zu verzichten und alle Anfragen schriftlich einzureichen, da Amnesie gleich nach Inkompetenz eine der Hauptstärken der Hotline-Mitarbeiter ist.

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  3. Zaphod, Anonym: Für die Richtigkeit meiner Taktik spricht ihr (bisheriger) Erfolg. Oder haben Sie schon mal davon gehört, dass Tele2 eine außerordentliche Kündigung SCHRIFTLICH bestätigt hat …?

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  4. Anonym12:27

    Wenn die schriftliche Bestätigung vorliegt, haben Sie alles richtig gemacht :) Auf das "laut und ausfallend werden" würde ich übrigens verzichten, da die Anfragen solcher Kunden häufig ohne Priorität bearbeitet werden. Das hat dann zur Folge, dass man postalisch nachtreten muss ;) Freundlich aber bestimmt kommt man meiner Erfahrung nach am Schnellsten ans Ziel.

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  5. Anonym15:46

    Einzelverbindungsnachweise MÜSSEN, seit Jahren, KOSTENLOS sein. Das ist mein aktueller Wissensstand. Fragen Sie ggf. die Bundesnetzagentur.

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  6. Anonym 12:27: Postalisch nachtreten muss man eigentlich immer, da man sich auf mündliche Zusagen von Hotline-Mitarbeitern im Zweifelsfall eher nicht berufen kann ;)

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  7. Joshuatree22:45

    Lieber Matt, ich appelliere an ihr Erinnerungsvermögen und unterstütze Sie gerne bei der weiteren verhackstücklichen Bearbeitung dieses so genannten Belaberungspapiers (Vetrag?).

    Herzliche Grüße aus Heidelberg,
    J.

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  8. Danke, darauf werde ich bei Bedarf gerne zurückkommen!

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  9. Anonym21:18

    hallo. mein beruf ist es, personal zu vermitteln. da gibts auch den schandfleck "call center agenten" im mobilfunkbereich/telekommunikation - 1st level (dort landet man vor einer eventuellen weiterleitung)

    die anforderungen sorgte in der firma für viele lacher:

    muss reden können
    schulabschluss nicht relevant

    insbesondere bei vertragsrechtlichen fragen sollen die einen immer abwimmeln, kennen wir alle.

    deshalb einfach sofort darauf bestehen, dass man ins 2. oder 3. level geleitet wird, sobald die mit gesabbel anfangen.

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  10. Anonym21:18

    hallo. mein beruf ist es, personal zu vermitteln. da gibts auch den schandfleck "call center agenten" im mobilfunkbereich/telekommunikation - 1st level (dort landet man vor einer eventuellen weiterleitung)

    die anforderungen sorgte in der firma für viele lacher:

    muss reden können
    schulabschluss nicht relevant

    insbesondere bei vertragsrechtlichen fragen sollen die einen immer abwimmeln, kennen wir alle.

    deshalb einfach sofort darauf bestehen, dass man ins 2. oder 3. level geleitet wird, sobald die mit gesabbel anfangen.

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  11. Anonym21:18

    hallo. mein beruf ist es, personal zu vermitteln. da gibts auch den schandfleck "call center agenten" im mobilfunkbereich/telekommunikation - 1st level (dort landet man vor einer eventuellen weiterleitung)

    die anforderungen sorgte in der firma für viele lacher:

    muss reden können
    schulabschluss nicht relevant

    insbesondere bei vertragsrechtlichen fragen sollen die einen immer abwimmeln, kennen wir alle.

    deshalb einfach sofort darauf bestehen, dass man ins 2. oder 3. level geleitet wird, sobald die mit gesabbel anfangen.

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  12. Anonym21:18

    hallo. mein beruf ist es, personal zu vermitteln. da gibts auch den schandfleck "call center agenten" im mobilfunkbereich/telekommunikation - 1st level (dort landet man vor einer eventuellen weiterleitung)

    die anforderungen sorgte in der firma für viele lacher:

    muss reden können
    schulabschluss nicht relevant

    insbesondere bei vertragsrechtlichen fragen sollen die einen immer abwimmeln, kennen wir alle.

    deshalb einfach sofort darauf bestehen, dass man ins 2. oder 3. level geleitet wird, sobald die mit gesabbel anfangen.

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  13. Anonym12:48

    Kleiner Tip am Rande:
    Im Falle der Notwenigkeit des postalischen Nachtretens das Schreiben nicht mit einfacher Post oder Einschreiben zukommen lassen sondern Zustellung durch den Gerichtsvollzieher wählen :-)
    Das führt dann das Schreiben direkt in die Abteilung, die auch etwas zu entscheiden hat und nicht nur zu einem gebundenen Sachbearbeiter.
    Kosten sind kaum höher.

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