29 November 2007

Musiktauschen im 21. Jahrhundert

Nur einen Song möchte ich von C., einen einzigen: „Moonshiner“, eine ältere Dylan-Coverversion von Cat Power. Doch sie befindet sich ausschließlich auf seinem iPod nano, die Originalquelle ist verschollen.

Spielen und löschen könnte man das Stück problemlos, aber das will ich gar nicht, sondern es mir einfach von ihm schenken lassen. Schließlich sind wir befreundet, dann darf man das, ohne sofort in den Knast zu wandern. Aber wie kriege ich es auf meinen iPod? Von diesen Geräten kann man ja nichts mehr runterkopieren. Eigentlich.

Bestimmt ist meine Methode eine Umstandskrämerei erster Kajüte, und jeder Computerfex östlich von Richmond lacht sich ein Loch in den Chip, doch ich starte TinkerTool, ein nützliches Programm, das versteckte Dateien sichtbar macht, natürlich auch die von C.s iPod nano.

Ich ziehe alle sonst unsichtbaren und kryptisch benannten Musikdateien aus seinem „Music“-Ordner in mein iTunes-Fenster. Das dauert nur eine Stunde. Am Ende ist mein freier Festplattenspeicher um fast vier Gigabyte geschrumpft, der Songbestand hingegen um fast tausend Titel gewachsen.

Und unter all den Massen von Tracks entdecke ich nach der alphabetischen Sortierung auch „Moonshiner“. Ich ziehe es in eine Wiedergabeliste, markiere alle anderen Songs von C. und lösche sie wieder aus der iTunes-Bibliothek.

Insgesamt hat die ganze Aktion nicht mal 90 Minuten gedauert, für einen knapp sechsminütigen Song. Trotzdem habe ich das Gefühl, zu Zeiten der Compactcassette wäre das alles einen Tuck einfacher gewesen.

Vielleicht verfärbt aber auch einfach die Nostalgie meine Erinnerung.

Kommentare:

  1. Anonym00:54

    Hi,
    das geht auch in iPod- und Digital Lifestyle-Zeiten sehr einfach mit kleinen Hilfsmittel, z.B. mit Senuti
    => http://www.fadingred.org/senuti/
    (in der Hoffnung, keine kriminellen Aktivitäten damit zu fördern ...)
    Grüsse
    DeeDee

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  2. Irgendwann in naher Zukunft sitzen wir wieder mit einem Mikrofon vor den Lautsprechern, rufen "pssssscht" in die Küche und nehmen Musik auf.

    Back to the roots.

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  3. Anonym08:52

    und nicht vergessen den kühlschrank abzuziehen, sonst hat man das lästige knacken vom kältemaschineneinundausschalten mit drauf ;)

    blondyonly

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  4. Und um das hier für den Rest der Menschheit noch mal zu sagen:

    Cat Power kommt gleich nach GOtt. Und da es den ja eh nicht gibt, steht sie sogar auf Nr.1.

    By the way: kann mir mal einer sagen, warum in ihrer göttlichen (!) Cover-Version von Satisfaction nie eben jenes "I can get no Satisfaction" vorkommt? Hat das Jagger reinimprovisert oder Power rausimprovisiert oder hat mir da einer einfach ein falsches Lied untergejubelt, das ich jetzt gewissermassen unter falscher Flagge anhimmele?

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  5. Und nachdem Sie mich neugierig gemacht haben, hab ich mir den Song gerade bei iTunes gekauft. 99 Cent vs. 90 Minuten. Da überleg ich nicht lange ;-)

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  6. German Psycho15:57

    Und ich war auch stets der Meinung, ich wäre innerhalb von fünf Minuten in der Lage, ein entsprechendes Hilfsprogramm im Netz zu finden. Hab's eben mal probiert. Stimmt nicht. Sind nur zwei.

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  7. Die wahre Botschaft dieses Beitrages haben blogschrift und ramses101 am besten verstanden … ;-)

    Von gesetzeswidrigen Tipps in den Kommentaren distanziere ich mich natürlich, Herr Schäuble. Und wenn sie löschen soll, Herr Schäuble dann tu ich das gerne, Herr Schäuble.

    Stets zu Diensten.

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  8. CeKaDo06:48

    Ich grübele nun grad, welcher der Kommentatoren der getarnte Herr Schäuble ist ........








    Mick Jagger?





    Aber nee, der ward ja nur erwähnt :))

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  9. Boogie01:45

    Das wäre mit einem eiTatsch nicht passiert... wenn man vorher ... ähhh... also... naja, jedenfalls hilft dann das gute alte Bordmittel des Apfel-Daten-Protokolls...

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  10. boogie01:47

    Komm ich jetzt ins Gefängnis?

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  11. Boogie, damit müssen Sie rechnen. Die wissen, wo Sie wohnen.

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