14 Oktober 2005

Die weißen Bademäntel

Ein Date mit Senait Mehari. Nach einem langen Interview letztes Jahr haben wir uns nicht mehr aus den Augen verloren, jetzt ist sie mal wieder in Hamburg, und wir treffen uns auf ein Bier (4,50 Euro für 0,3 Liter!) im Park Hyatt Hotel.

Merkwürdig: im Foyer, an der Rezeption und sogar im Fahrstuhl sind Menschen in schneeweißen Bademänteln anzutreffen. Sie schlurfen stumm und zufrieden über die Auslage, und ein leicht hospitalistisches Flair macht sich breit. Doch alles ist in Ordnung; diese Häufung weißer Bademäntel liegt einfach nur an der Anziehungskraft des gut ausgebauten Wellness-Bereichs, den das Hyatt seinen Gästen offeriert.

Senait ist wie aufgedreht, obwohl (oder weil) sie einen achtstündigen Interviewmarathon hinter sich hat. Sie erzählt, ihr Vater, zu dem sie keinen Kontakt mehr hat (warum, kann man im Buch „Feuerherz“ nachlesen), habe über sie gesagt: „Ich möchte Senait nicht zum Feind haben.“

Stimmt, es ist mit Sicherheit viel angenehmer, sie zum Freund zu haben. Ich frage, ob sie überhaupt je für eine Weile still sitzen kann. „Ja“, sagt sie, nippt an ihrem Holsten und grinst, „wenn ich schlafe.“


Große Musik, die heute durch den iPod floß: „Far away“ von Martha Wainwright, „Hard to love a man“ von Magnolia Electric Co. und „Cry“ von James Blunt.


Kommentare:

  1. Anonym05:35

    Meine Englisch-Lehrerin sagt mal: "In fact, a DATE has always something to do with sex."

    ciao Axelh

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  2. Warum erfahre ich das erst jetzt???

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  3. Schade - bis zu Ihrem Kommentar habe ich Sie unglaublich beneidet... ;-)

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  4. Anonym12:42

    Hey,
    ich bin jemand der Senait sehr mag und immer beneidet habe für ihre direkte und offene Art.Dennoch wird sie immer als eine aufgedrehte,paranoide Frau dar gestellt.Was soll das? Wie würdest du dich fühlen,wenn du den ganzen Tag so beschäftigt wärst wie Senait?
    ich finde Menschen wie euch zu kotzen..
    Warum gibt sich keiner die Mühe Senait richtig zu verstehen?
    Ist das der Dank für die Ehrlichkeit?

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  5. Ich mag sie auch sehr – und kenne sie privat. Sie hat sich nicht falsch beschrieben gefühlt.

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