Es ist der britische Gitarrist Chris Rea, jener ruhmreiche Verehrer von „Josephine“, der zum Pinsel gegriffen und das gemalt hat, von dem er am meisten versteht: Gitarren. Gitarren. Gitarren. Siehe Foto.
Auf dem Rückweg steige ich in St. Pauli aus der U3 und finde den Bahnsteig klangverseucht vor. Ein wilder Technotrance übertönt brutalstmöglich die üblichen Etüden aus den installierten Lautsprechern. Ich schaue mich um und sehe einen Typen, wie man ihn wirklich nur hier trifft: älterer Herr mit wirren grauen Locken und Schnauzer, obenrum lila Blouson aus Ballonseide, untenrum herzeigbare dunkle Anzugshose, in der Rechten einen Gettoblaster und in der Linken eine Halbliterbüchse Bier, die er mit offenkundiger Routine ihrer Bestimmung zuführt.
Er ist die Quelle des infernalischen Lärms, macht selbst aber einen sehr ungerührten Eindruck. Warum sein Gettoblaster schrillen Technotrance und nicht zum Beispiel Chris Reas „Josephine“ ausspuckt, werden wir nie erfahren, denn ich habe nicht gefragt.
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