31 März 2006

Tannenzapfenzupfen (2)

(Foto via FHS Holztechnik)

Nach der erfreulichen Resonanz (Lyssa: „Gimme more!“) auf Beispiele gruseliger Promoprosa, die hier unlängst unterm Titel „Tannenzapfenzupfen“ zu lesen waren, folgt nun ein weiterer Teil.

Somit ist eine kleine Serie eröffnet; nennen wir sie einfach hinfort immer „Tannenzapfenzupfen“. So wissen Eingeweihte gleich, um was es geht. Und Novizen werden zwar die Rubrizierung nicht verstehen, sich aber doch amüsieren – sofern sie ihr täglich Brot nicht als Promoprosaverbrecher verdienen.

Wie stets gilt: Alles Blaugefärbte wurde Pressetexten zu neuen CDs entnommen; die Zitate sind komplett naturbelassen und unbehauen, stilistisch wie orthografisch. Alles andere wäre ja auch unfair gegenüber den Urhebern …

Denglisch
1. Von Burning Heart über Bad Taste über Universal bis hin zu Playground (die sie letztendlich gesignt hatten) geht das Interesse, aber auch in Künstlerkreisen sind alle angetan und pushen, supporten und featuren.

2. Chris Corner steht für persönliche face2face in Berlin und auf Tour, Phoner und mail-Interviews zur Verfügung. Genaue Interviewtage geben wir noch asap bekannt.

3. Joe Young lädt jeden 1000. Käufer nach New York ein, auf einem Beat von den "Drama Monks", die auch die Single "I Don´t Wanna Go Back" produziert haben, oder auf einen Beat von "Gambit Ent.", seine Parts zu kicken! Joe Young dazu: "Ich will mit den Leuten, die meine Alben kaufen teilen. Ich plane die Tracks, die wir in New York recorden zu Charity Zwecken zu releasen!"

Metaphern, schiefergelegt
Ein kalter Blitz schießt über den Himmel wie eine Hure, die Crack ausatmet und der vom Tod gemünzte Flügelmann gleitet von einer zur anderen Hütte und seine Mitternachtsbotschaft schmeckt nach ansteckenden Küssen.

Ex cathedra: Die Top 3 der ekligsten Bandnamen

1. Throbbing Gristle (= pulsierender Knorpel)
2. Ostzonensuppenwürfelmachenkrebs
3. Kind Im Magen


Kommentare:

  1. Darf ich bei den Top 3 der ekligsten Bandnamen nachreichen? Im Angebot hätte ich "Die angefahrenen Schulkinder" und "Dackelblut".

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  2. *schnief*

    Jetzt versteh ich gar nix mehr... Aber das erklärt wohl endgültig, dass ich nicht zur In-Crowd gehöre...

    *schnief*

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  3. @boogie: „Dackelblut“ ist natürlich ein Top-3-Kandidat. Den anderen Bandnamen finde ich hingegen nicht sonderlich eklig, eher herzlos.

    @Sophie: Nicht traurig sein. Alle, die dazugehören, sind arme Wichte, die jeden Abend still in ihr Schampusglas weinen.

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  4. Herzlosigkeit kann man den Angefahrenen Schulkindern nun wirklich nicht nachsagen. Eher ein Herz für's zutiefst Zwischenmenschliches im Kulturkontext, so z.B in ihrem Lied "Jazz ist keine gute F*ckmusik".

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  5. Ich meinte das nicht inhaltlich, nur namensbezogen. Übrigens würde ich auch der Band-Aussage über den Jazz widersprechen wollen … ;-)

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  6. Es kommen mir spontan einige sehr experimentelle Bebops und Free-Jazz-Improvisationen in den Sinn, die meine persönlich-erotische Wahrnehmung und damit auch die libidinösen Auswirkungen mit Sicherheit hemmen oder sogar stören würden. Anderseits gibt es ja im Jazz noch harmonisch ausgerichtete Klavier- und Saxophonperformances - dann schaut das alles wieder anders aus ;-)

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  7. In meiner Top 3 der besten F*ckmusik wäre tatsächlich eine Jazzplatte dabei:
    1) Latin Playboys - Latin Playboys
    2) Chet Baker - Chet Baker plays for Lovers
    3) Muddy Water - King Bee
    Zusatzzahl: Motörhead - Orgasmotron (immerhin vom Quasi Jazzer Bill Laswell produziert)

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  8. @boogie: Mit Motörhead hatte ich im Zusammenhang mit Jazz und Erotik noch keine Erfahrungen. Kommt vielleicht noch. Ihre Chet Baker-Platte interessiert mich, btw.

    Ich darf mich aber an Werke von Keith Jarrett, David Sanborn, Miles Davis, Dr. John u.a. und vielen wunderschönen Stunden erinnern.

    "hiugozck" als Wortbestätigung würde ich allerdings als imvho unerotischen Free Jazz bezeichnen.

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  9. @ joshuatree: ich sprach ja auch von _einer_ unter den Top 3. Damit war natürlich die Chet Baker gemeint. Wer Miles in seinen entspannten Momenten mag, der kann bei Chet unbedenklich zugreifen.

    Dr.John ist natürlich schwer sexy. Keith Jarrett (ich kenn da allerdings nur die Köln Konzerte, oder verwechsel ich da was?) und David Sanborn wäre mir in sachen Erotikbegleitung etwas sehr weichgespült. Your milage may vary.

    Und "vapgiscw* klingt wie die osteuropäische Spambot Varriante von Viagra.

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  10. Joshuatree02:10

    @boogie: Danke für den inspirierenden Konsens. Ich werde bei Chet`s Platte nach Ihren weiteren Erläuterungen sofort zugreifen - und berichten. Ob in einer zensierten oder nicht-zensierten Version werde ich offen lassen ;-).

    Zum Thema "Weichspülung": Auch hier darf ich gewisse Variationen ins Spiel bringen, die dann schnell den Bereich "Jazz" verlassen. "Word Up" in der wunderbaren Version von The Gun wäre nur ein Beispiel. Alles zu seiner Zeit, meinen Sie nicht?

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  11. Joshuatree02:32

    @ boogie: Durch Peinigung durch "fatal errors" auf Ihrer Page, werde ich hier nun fragen: Was hast Du gespielt? Wir spielten 10 Jahre gemeinsam mit eigenen Stücken in guten Clubs und manchen Jugendhäusern. Das war die Zeit des Sounds von Cure, Simple Minds, U2, Crowded House ...

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  12. @ joshuatree: Sorry wegen der peinigung. Meine Spamputze war mal wieder etwas übereifrig. Der Kommentar und Antwort ist aber jetzt freigeschaltet.

    Was "Word up" angeht, muß ich gestehen, bin ich völlig kompromisslos. Cameo war sexy, Gun nicht. Und definitiv vergessen, shame on me, der große Marvin Gaye.

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  13. @boogie: "Error: please fill the required fields (name, email)."

    Ich kann dort lesen, aber nichts schreiben - It´s always hard to communicate ;-)

    Ich möchte hier nichts zumüllen - freue mich aber sehr auf mp3-files eigener akustischer Gitarrenarrangements auf meiner e-mail-addy. Feedback garantiert. Wenn es ein Song ist, auch mit Gesangslinie und Lyrics.

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  14. Dieser Crackhuren-Unfug ist bitte, bitte nicht echt. Ich fürchte, daß die Welt sonst dem Untergang geweiht ist.

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  15. Lyssa, du musst jetzt ganz stark sein … Sogar der „vom Tod gemünzte Flügelmann“ (hä?) ist keine Erfindung des Blogbetreibers. Ich muss sogar zugeben: Meine Imaginationskraft hätte dafür bei weitem nicht ausgereicht.

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  16. Ich würde doch zu gerne erfahren wollen, welches Werk denn ausschlaggebend für diese "literarische Meisterleistung" war. Alleine schon aus dem Grund der Suchtprävention, schliesslich muss die Musik einen ähnlich verwirrenden Eindruck auf den Autor gemacht haben, wie man es eigentlich nur von starken Opiaten erwarten würde.

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  17. Aber gerne: Es geht um Scott Walkers neues Werk „The Drift“, das im Mai erscheinen wird.

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  18. Welll, it's a dirty job, but someone's gotta do it ...

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  19. Andreas11:09

    Ts, ts, was soll denn am Namen der Ostzonensuppenwürfelmachenkrebs eklig sein? Da plädiere ich doch eher für die Aufnahme der Band Mundstuhl in die Top 3. Und die Promoprosa ist wie immer großartig. Lässt sich das denn auch über die Musik auf der neuen Scott-Platte sagen?

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  20. Scott liefert einen noch schwereren Brocken ab als mit „Tilt“ …

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