20 Februar 2010

Blasphemie!



„Ich habe schlechte Nachrichten“, sagte C. am Telefon, „wir kommen euch besuchen.“

„Ach, es gibt schlechtere Nachrichten“, antwortete ich – und dachte: zum Beispiel das Abschmelzen der Polkappen. Das stimmt natürlich gar nicht, im Gegenteil: Ich freute mich auf den Besuch von C. und N., zumal sie gleich am zweiten Tag in die „Pop Life“-Ausstellung in der Kunsthalle gehen wollten.

Dort stießen wir auf Maurizio Cattelans blasphemische Pferdeinstallation und dachten, es handele sich um ein ausgestopftes Tier, weil wir kurz zuvor über Damen Hirsts in Formaldehyd eingelegtes echtes Kalb mit den goldenen Hufen gestolpert waren, doch Cattelan hatte Fiberglas genommen und ein Pferdefell drübergezogen, was uns hätte beruhigen sollen.

Und das tat es dann auch, irgendwie (doch nicht).



Kommentare:

  1. o super, vielen dank für die vorschau,ich möchte nächste woche in die ausstellung gehen, da kann ich mich angesichts solch ansprechender exponate ja schon wie wild drauf freuen ;-)

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  2. zum glück hab ich keine kunstallergie. das inripferd und weiter unten die spreizbeintür- diese anblicke hätten mich sonst den notarzt rufen lassen müssen, tun, sollen, möchten....
    grinsgruß von
    sonia

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  3. Yael, das Kalb ist letztlich schlimmer, weil es mal ein schlagendes Herz hatte. (Na gut: Das Pferdefell war auch mal auf einen pulsierenden Körper gespannt …)

    Frau Wildgans, ich wusste, dass Sie abgebrüht genug sind, um hier praktisch alles zu ertragen, wenn nicht gar zu goutieren. Über Ihre Allergiefreiheit freue ich mich jedenfalls sehr.

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  4. Das Ausstellung ist noch auf meiner Liste, auch wenn ich das Kalb etwas grenzwertig finde. Aber Takashi Murakami interessiert mich schon sehr. Zu Koons fallen mir seltsamerweise immer nur Baukräne ein.

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