12 Dezember 2005

Das WM-Spiel

Wir wurden schon gestern Abend per SMS vorgewarnt: Im Büro sei die Heizung ausgefallen. Wir sollten uns besser warm anziehen. Um halb zehn heute morgen gingen sie also los, die allgemeinen Schal- und Wollsockenfestspiele.

Wie sich allerdings herausstellte, war die Heizung bereits über Nacht repariert worden. Ich versuchte dennoch spaßeshalber, mit Strickhandschuhen meinen Namen in die Tastatur zu hacken. Ergebnis: „Ma tg g hiysxc Wabvnef“.

Seit Freitag muss ich mich mit Spötteleien über mein WM-Spiel herumschlagen. Costa Rica gegen Ecuador, hmpff. Aber man muss das mal so sehen: Ecuadorianerinnen und Costaricanerinnen, mit denen ich unzweifelhaft die Tribüne teilen werde, wollen sicherlich nächsten Juni die abgetakelten Sambaschabracken aus Brasilien vergessen machen. Immerhin ist das ihre einzige Chance. Und wo geht das am allerallerbesten? Bei genau dieser Partie. Costa Rica gegen Ecuador. Und ich mittendrin.


So.


Abends bin ich zum Weihnachtsessen einer großen Plattenfirma eingeladen. Im Restaurant Abendmahl am Hein-Köllisch-Platz (wo ich die abgebildete Telefonzelle mit Baumkorona entdeckte) ist es höllisch laut, obwohl keine Musik spielt, nicht mal die der großen Plattenfirma. Dennoch weht ein denkwürdiger Dialogfetzen zu uns herüber, und er klingt, findet Herr Rammoser, wie in Stein gemeißelt:


„Das kannst du vergessen!”

„Ich denk gar nicht dran!“

Darauf muss man erst mal kommen.


Große Musik, die heute durch den iPod floss: „Knife in the table“ von Beef Terminal, „Deep lake“ von Film School und „FM delight“ von Klaus Schulze.


Kommentare:

  1. Ich muss schon sagen, ich finde das sehr ehrenhaft von ihnen, dass sie sich immer wieder die Mühe machen, die letzten Telefonzellen zu dokumentieren. Die Historiker werden es ihnen danken ;-)

    AntwortenLöschen
  2. Wie mich German Psycho beim ersten Telefonzellenfoto belehrte, ist die Telekom weiterhin zu einer flächendeckenden Versorgung verpflichtet. Dessen eingedenk möchte ich also eher ästethische Gründe für dieses wiederkehrende Motiv geltend machen, wobei ich durchaus eine kleine Schwäche für rosa Licht, das die Kieznacht erhellt, eingestehen muss.

    AntwortenLöschen
  3. btw: Costa Rica macht sich zur WM 10 KM entfernt von mir im Trainingslager fit, wie ich grade las. Wenn Du Dich also adäquat aufs Spiel vorbereiten willst - nur zu ;-).

    AntwortenLöschen
  4. joshuatree00:29

    Heidelberg

    AntwortenLöschen
  5. Da müssen die armen Costaricaner ja durch die ganze Republik reisen, um in Hamburg mein Auge zu erfreuen. Ich aber werden mich nicht auf die beschwerliche Reise gen Süden begeben.

    AntwortenLöschen