Posts für Suchanfrage voll-nuss werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen
Posts für Suchanfrage voll-nuss werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen

07 April 2010

Aber Bolzenschneider, schon klar

Okay, fassen wir mal zusammen:

1. wurde mir neulich zum insgesamt fünften Mal auf dem Kiez ein Fahrrad geklaut.
2. habe ich mir vergangene Woche ein neues (gebrauchtes) Rad gekauft, und …
3. hat Penny auf der Reeperbahn seit heute BOLZENSCHNEIDER im Angebot.

In Worten: BOLZENSCHNEIDER. Welcher Schluss ist wohl aus dieser Faktenkette zu ziehen? Jedenfalls bin ich froh, 41 Tacken in ein angeblich bolzenschneiderfestes Kettenschloss investiert zu haben.

Apropos Penny: Heute war ich mal wieder da, um meine Lieblingsschokolade zu kaufen, „Ritter Sport Dunkle Voll-Nuss“. Ärgerlicherweise aber hatten sie sie nicht. Alle anderen Sorten lungerten dumpf und stumm herum, sogar die hellen Nichtschokoladen und die joghurtverseuchten. Aber keine dunkle Voll-Nuss.

Ich erlebe das ständig. Neulich bei Real habe ich sogar mal das entsprechende und natürlich leere Fach fotografiert. Dabei müsste mein stadtstaatweit berüchtigter Verbrauch dieser Sorte eigentlich einen derartigen Bedarf bei Ritter Sport anmelden, dass das Aufstellen von Extradisplays nur für Voll-Nuss in sämtlichen Supermärkten der Stadt die Geschäftsidee des Jahres wäre.

Stattdessen präsentieren sich mir dutzendweise spätdekadente Sorten wie „Pfefferminz“ oder „Schoko-Duo“, ja sogar indiskutable Pseudoschokoladen wie „Vollmilch“. Wer (fr)isst so was?

Aber Bolzenschneider im Angebot haben, schon klar. Und was legt der Typ in der Kassenschlagne vor mir, ein verschlagen dreinschauender Mittelscheitel- und Dreitagebartschattenträger mit fetttriefenden Haaren und dem Fluidum des professionellen Vertickers von Fahrrädern, die nachts in Billstedt vom Laster gefallen sind, aufs Band?

Nein, keine „Ritter Sport Dunkle Voll-Nuss“.

>> Die beliebtesten Tags: Brief | Bus | Einzelhandel, Franke | Fußball | Obdachlose | Panne | Reeperbahn | Sex | Sprache | St. Pauli


23 August 2006

Guter Plan

Heute mittag nach der Rückkehr vom Lunch noch bei Penny in der Bahrenfelder Straße eingekehrt, dort spontan eine „Ritter Sport Voll-Nuss“ in die Pizzakühltruhe gelegt, das Blöken des Franken („Was sagt wohl der Kaufhausdetektiv dazu, hä?“) souverän ignoriert, ebenso die Blicke der Penny-Kunden. Danach noch kurz zur Drogerie gegangen.

Auf dem Rückweg wieder rein zu Penny,
„Ritter Sport Voll-Nuss“ aus der Kühltruhe geholt, damit zur Kasse gegangen, bezahlt. Kein Kaufhausdetektiv zu sehen.

Im Büro die Tafel geöffnet, aber als noch nicht kalt genug empfunden. Des Franken Bemerkung „Das müssen wir professionalisieren!“ als konstruktiv eingestuft.

Nun entschlossen, das nächste Mal schlauerweise schon zu Beginn der Mittagspause eine
„Ritter Sport Voll-Nuss“ bei Penny in der Pizzakühltruhe zu verstecken, um auf dem Rückweg eine optimal gekühlte Tafel mitnehmen und im Büro behaglich verzehren zu können.

Guter Plan, das.

Ex cathedra: Die Top 3 der Songs über Süßigkeiten
1. „Sweets for my sweet" von The Searchers
2. „Sugar sugar baby" von Peter Kraus
3. alles von Hot Chocolate

10 Dezember 2010

Der Kontaminator

Es verbessert die durch einen grippalen Infekt eh angespannte Gesamtlage keineswegs, sondern – im Gegenteil – macht sie vollends entwürdigend, wenn man dazu auch noch Rücken hat.

Wie ich.

Ein sogenannter Wärmegürtel linderte heute die schlimmsten Qualen, doch allein schon in den Räumen einer Apotheke die Beratung des einschlägig erfahrenen Franken in Anspruch nehmen zu müssen, vergällt rückblickend die ganze Woche.

„Ich weiß, wie das ist“, feixt der Franke Mitleid. Immerhin springt er nicht beiseite, als ich mich – beim Aufstehen wieder mal von Thors Blitz durchzuckt – entsetzt auf seiner Schulter abstützen muss. Braver Franke.

Neulich aber war er nicht brav. Während einer gemeinsamen mittäglichen Flanage durch den Pennymarkt in Ottensen hatte ich vier Tafeln „Ritter Sport Dunkle Voll-Nuss“ erstanden. Zurück im Büro stand bereits nach wenigen Minuten Kramer in der Tür.

Er habe aus gewöhnlich zuverlässiger Quelle gehört, hub er an, ich hätte fünf Tafeln „Ritter Sport Dunkle Voll-Nuss“ in egoistischer Verwahrung. „Franke, ich verfluche dich und deine Nachkommen bis in die siebte Generation!“, wollte ich gerade brüllen, doch da stand Kramer schon vorm Bisley und nestelte gierig wie ein Zombie an den Schubladen.

„Vier! Es waren nur vier!“, schrie ich, während ich verzweifelt mit ihm rang, doch er glaubte mir kein Wort und wollte, wie jeder stinknormale Mafiaboss, seinen Anteil. Wie es mir freilich im Verlauf unseres Kampfes um die territoriale Unversehrtheit meiner Bisleyschubladen gelang, ihn von der Schokolade abzulenken und seine Aufmerksamkeit stattdessen mit Mentholbonbons von Ricola zu fesseln, vermag ich nicht mehr stichhaltig zu rekonstruieren.

Tatsache jedenfalls ist: Beim ungelenken Herausschütteln aus der Dose fielen mir versehentlich gleich drei Bonbons in seine geöffnete Handfläche. Eine Katastrophe, denn damit waren sie alle schlagartig Kramer-kontaminiert, und wer diesen vierschrötigen Allesbegrabscher je in manueller Aktion erlebt hat, weiß, wovon ich spreche.

Er bestand darauf, die zwei Mentholbonbons zurück in die Dose zu befördern, ich verweigerte das mit brutalstmöglicher Verbissenheit. Aus Rache betatschte er daraufhin minutenlang wahllos alle erreichbaren Gegenstände im Zimmer, er kontaminierte buchstäblich handstreichartig Nachschlagewerke, Monitor, Tastatur, Terminkalender, Teppichboden (!) und die Oberfläche meines Schreibtisches.

Den Griff der Bürotür natürlich auch – wie sollte ich nun je wieder aus meinem Büro hinauskommen!? Und an allem war natürlich nur einer schuld: der Franke.

Ich sollte ihn mit einem Wärmegürtel knebeln.
Einen habe ich ja noch übrig.

27 April 2010

Manche Leute verstehe ich einfach nicht (3)



Lieber Unbekannter,

der Sie
neulich unter vermeintlicher Berücksichtigung meiner kulinarischen Vorlieben am Empfang eine silbermetallene (!) Tafel Ritter-Sport-Schokolade sowie eine offenkundig essbare „Voll-Nuss“ für mich abgegeben und mit einem Klebezettel samt der Botschaft „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“ versehen haben:

a) danke.
b) Ich esse nur „DUNKLE Voll-Nuss“! Muss man denn alles dreimal sagen?

Jetzt benötige ich

a) eine Rücksendeadresse für die unzumutbare Nichtdunkle und
b) Ihre Zusicherung, von derlei Aktionen künftig rückstandlos abzusehen.

Der metallene Schokotrumm macht sich davon abgesehen ganz gut als Buch- und Briefbeschwerer, den behalte ich.

Mit noch immer irritierten Grüßen
Matt

>> Die beliebtesten Tags: Brief | Bus | Einzelhandel, Franke | Fußball | Obdachlose | Panne | Reeperbahn | Sex | Sprache | St. Pauli

10 Juni 2016

Ein Gruß aus der Vergangenheit

Gestern stieß ich in einem vergessenen Winkel zwischen Hängeschrank und hinterster Zimmerecke, neben ausgemustertem Subwoofer und Altkleidersammelsack, auf eine alte Laptopumhängetasche.

Alte Taschen wollen inspiziert werden, das ist ihr Lebenssinn. Ergebnis: Sie war weitgehend leer. Bis auf einen mit Reißverschluss ausgestatteten Gefrierbeutel, in dem sich eine angebrochene Tafel Schokolade befand. Natürlich eine Ritter Sport Dunkle Voll-Nuss.

Es fehlte eine Rippe, verzehrt wahrscheinlich als Notration auf einer längeren Zugfahrt unter den Konditionen eines ausgefallenen (oder als zu teuer eingeschätzten) Bordrestaurants.

Wann ich die Tasche zuletzt in Gebrauch hatte, ist mir jedenfalls völlig unklar. Ein Indiz könnte das Mindesthaltbarkeitsdatum der Schokolade liefern. Es war der 23. August 2015. Auf der Seite von Ritter Sport heißt es zu diesem Sachverhalt:

„Für unsere Schokolade haben wir ein MHD von ca. einem Jahr festgelegt.“
 

Längstens hätte meine prähistorische Tafel also seit August 2014 satt und zufrieden, wenngleich ein wenig einsam in der Laptopumhängetasche geruht. Weiter heißt es bei Ritter:

„Natürlich schmeckt sie auch danach noch, aber eben nicht mehr ganz so gut.“

Na, das wollen wir doch mal überprüfen. Zunächst zur Optik. Die Schokolade wirkt leicht angeranzt, ein Hauch von grauer Patina überzieht die restlichen drei Rippen, vor allem dort, wo die eingegossenen ganzen Nüsse sich keck übers Plateau der Tafel wölben. Aber kein Schimmel, nichts auffällig Unappetitliches.

Nun zur Olfaktorik. Ein starker, den Rande des Strengen nicht nur streifender Kakaoduft steigt intensiv in die Nase. Und rieche da: Er ist gar nicht unangenehm. Ja, er macht sogar Lust auf einen Bissen. Und ich wäre der Letzte, der dieser Lust nicht nachgäbe, die Welt ist meine Zeugin.

Mit einem kräftigen Knack breche ich ein Segment aus Rippe Nr. 2, stecke es mir in den Mund – und erkenne sofort, dass Ritter Sport auf seiner Webseite auf dreisteste Weise LÜGT. Denn diese Schokolade, gefertig irgendwann um den Dreh herum, als Götze Schürrles Flanke zum Entsetzen ganz Argentiniens im Netz versenkte, schmeckt nicht „nicht mehr ganz so gut“.

Sondern sie schmeckt fast wie neu. Beinah so, als hätte sie nicht Jahre in einer Laptopumhängetasche in einem vergessenen Winkel zwischen Hängeschrank und hinterster Zimmerecke verbracht, neben ausgemustertem Subwoofer und Altkleidersammelsack.

Damit ist quasi der Nachweis erbracht, dass nicht nur Kakerlaken (und Lemmy Kilmister leider schon gar nicht!), sondern auch und vielleicht als einzige biologische Substanz eine Tafel Ritter Sport Dunkle Voll-Nuss sowohl einen Atomkrieg als auch die Smartphonezombieapokalypse unbeschadet überstehen würde.

Seit die Tafel im Sommer 2014 fabriziert wurde, ist der Preis dieser Sorte übrigens um ungefähr 33 Prozent gestiegen. Mein schrecklicher Verdacht: Mit meinen zahlreichen Elogen auf diese Schokolade bin vor allem ich schuld daran. Denn ungenießbare Sorten wie Brombeer Joghurt, Vanille-Mousse oder Knusperkeks sind davon komplett unbetroffen. Warum also nur meine Lieblingssorte?

Offiziell ist von Nussmissernten in der Türkei die Rede. Aber das wollen SIE Ihnen natürlich nur einreden, um MICH, ihren besten Kunden, vor dem Mob zu schützen. 


Egal: Auf zum nächsten Bissen.



26 Juli 2012

Cold turkey



In den Shops französischer Autobahnraststätten vergeht einem Hören und Sehen. Für eine 400-Gramm-Tafel Toblerone Gold ruft man dort 15,85 Euro auf, das ergibt einen Kilopreis, der doppelt so hoch liegt wie der von norwegischem Lachs.

Wahrscheinlich handelt es sich dabei um eine Sonderanfertigung für französische Raststätten, welche die Sortenbezeichnung „Gold“ wortwörtlich meint und nicht nur als Metapher für beigefügten Honig.

Ich nahm jedenfalls Abstand, auch vom ersatzweisen Erwerb einer „Ritter Sport Dunkle Voll-Nuss“ für 2,80. Dann lieber darben – und abends im entzückenden normannischen Küstenstädtchen Honfleur zum Trost einen Cidre ordern.

Mit unserer Ankunft dort hatten sich alle Wolken nach Norden verzogen, was einen weiteren Beleg liefert für die Belastbarkeit einer alten These von mir: Wo wir hinfahren, juchzt die Sonne vor Freude, und sei es Herbst in Helsinki.

Mit der Ankunft in Honfleur brach übrigens die erste internetlose Phase seit Jahren an. Ein Schock. Und dennoch: „Du zitterst gar nicht“, konstatierte Ms. Columbo nach eingehender Untersuchung meines Gesamtzustandes. Die Stille unzugänglicher WLANs: ein Gefühl wie in den 80er Jahren.

Auf dem Flussschiff, das uns majestätisch uneilig gen Paris schaukelt, ist das ebenso. Mal schauen, wie lange ich das Zittern unter Kontrolle halten kann.

PS: Sollten Sie sich mal in Honfleur aufhalten und die Welt verfluchen, weil Sie vom Internet abgeschnitten sind, so suchen Sie doch den Place Hamelin in der Altstadt auf. Dort hat ein freundlicher Naivling sein Livebox-WLAN nicht verschlüsselt. Mehr sage ich nicht, compris?

19 November 2009

(K)ein Abend für Fußfetischisten

Während des Essens vorm Fernseher auf arte damit konfrontiert zu werden, wie jemand einem kranken Schaf die Klauen kürzt, bis sie bluten, erzwingt natürlich sofortiges fahriges Umschalten, trotz meiner kulinarischen Erfahrungen mit Lammfüßen.

Bei der ziellosen Flucht verschlägt es mich auf Phoenix, wo ich jedoch prompt in eine Sendung über misslungene Arktisexpeditionen stolpere und es nicht mehr rechtzeitig vermeiden kann zu sehen, wie ein Forscher einem anderen den verfaulten Fuß absägt.

Zum Glück mümmelte ich gerade kein Eisbein, sondern „Ritter Sport Voll-Nuss“, aber trotzdem. Jedenfalls war das kein Abend, der Fußfetischisten in ihrer Neigung hätte bestätigen können.

Oder gerade.



18 September 2012

Fundstücke (164)

 

1. Das Cinemaxx-Kino glaubte eine todsichere Methode ersonnen zu haben, um mich zu seinem willenlosen Dauergast zu machen: Man überzog sämtliche Sitze mit Ritter-Sport-Werbung. Anscheinend liest man dieses Blog – aber nicht genau genug: Denn viele, viele Schokosorten waren vertreten, indes nicht die von mir über alle Maßen begehrte und verehrte „Dunkle Voll-Nuss“. Na gut, es gibt ja auch noch das UCI.


2. Warum ich immer mal wieder ganz gerne Produktrezensionen auf Amazon.de lese.


3. Ein vergötternswerter Mensch aus Rendsburg hat drei Stunden auf meiner Seite verbracht und dabei 200 Einträge aufgesaugt. Das ist übrigens auch ungefähr mein Lesetempo im Internet.




4. Ein Satz, der so vieles auf den Punkt bringt. Vielleicht alles. Entdeckt in der Ufafabrik in Berlin.

17 Februar 2012

Der Frühlingsbote



Kramer betritt fremde Büros gewöhnlich mit präzise ausgetüftelten Begrüßungen wie „Hände aus der Hose, es kommt Besuch!“ oder alternativ auch mal mit „Hier stinkt’s nach Hackfleisch – hast du gefurzt?“

Erst danach kommt er zu seinem eigentlichen Anliegen, und das artikuliert er seit einiger Zeit mit einem ökonomisch knappen „Schokolade?“, wobei das Fragezeichen von der Modulation her schon deutlich wahrnehmbar ins Ausrufezeichenhafte lappt. Daraufhin ziehe ich meist stumm die Schokoschublade auf und breche ihm gottergeben eine Rippe ab, die er sich dann erstaunlich geschickt mit der abgebildeten Hand oral zuzuführen weiß.

Heute aber war alles anders. Der Mann, der mir im Lauf der Jahre buchstäblich tonnenweise „Ritter Sport Dunkle Voll-Nuss“ (die ich trotz des Dauerärgernisses ihres Deppenbindestrichs weiterhin bevorzuge) weggemöfelt hat, führte selbst eine Tafel Schokolade bei sich, als er mit den Worten „Hände aus der Hose, es kommt Besuch!“ mein Büro betrat.

Er überreichte sie mir betont nonchalant – wohl weil er intuitiv wusste, dass eine große Sache nicht auch noch eine große Geste braucht. Bei der Tafel handelte es sich um eine Ritter Sport Halbbitter, und ich starrte sie stumpf an wie ein hypnotisierter Karpfen.

„Deine hatten sie nicht“, erläuterte Kramer. Ich fühlte mich, als hätte mir gerade jemand erzählt, der Papst sei in einem Darkroom in der Talstraße erwischt worden. Dann, nach einigen Sekunden des Synapsensortierens, stammelte ich holprige Worte des Dankes.

Gut, es war nicht die richtige Sorte, doch die Tatsache, dass Kramer überhaupt eine Tafel Schokolade vorbeibrachte, statt eine vorgefundene brutal zu dezimieren, rührte mich auf eine Weise, wie es zuletzt E. T. geschafft hatte, als er „Nach Hause telefonieren …“ seufzte.

Zwar ist mir jetzt schon klar, dass ich von dieser Tafel Halbbitter maximal die Hälfte abbekommen werde, weil Kramer schon morgen mit dem nur unzureichend als Frage kaschierten Imperativ „Schokolade?“ mein Büro entern wird. Und doch: Die Welt ist plötzlich eine andere.

Wahrscheinlich wird es jetzt Frühling.


12 März 2012

Ein Tag auf der Internorga



„Du weißt schon, dass uns heute Abend speiübel sein wird, oder?“, sagte ich zwischen englisch-indischen Pakoras und einer Kugel Black-Mamba-Eis aus Schwarzvanille zu Ms. Columbo. „Bis dahin“, antwortete sie und nahm eine Probe Schupfnudeln mit Sauerkraut ins Visier, „ist es noch lange hin.“

Eine solche Szene kann sich praktisch nur auf der Gastronomiemesse Internorga abspielen, wo wir heute einen halben Tag lang mit dem Verzehr von Happen, Pröbchen und Schlückchen beschäftigt waren. Hier stößt man auf alles, was uns Konsumenten demnächst konvenieren soll. Also Sachen wie gezapfte Automatensuppe, Würstchen aus dem Toaster (das Ding hat Röhren statt Schlitze!), Kuchen am Stiel sowie Tofu, das so verzweifelt wie vergeblich ein Schnitzel zu simulieren versucht.

Es gibt kalten Latte Macchiato in Einwegdosen und – o Wunder! – sogar Tomaten, die mal nicht schmecken wie schnittfestes Wasser. Sie heißen „Honigtomaten“ und kommen aus Holland. Warum sie außen allerdings nach überhaupt nichts riechen, weiß wahrscheinlich nur Jean-Baptiste Grenouille. Oder der Genetiker, der diese neueste Paradiesapfelvariante zusammengemixt hat.

Neben der bisweilen kuriosen kulinarischen Auswahl begeisterten mich übrigens besonders die Kalauer. Überall auf der Messe versuchten Anbieter, ihren Produkten mit Sprachspielereien den besonderen Kick zu verleihen. „Cup & Cino“ ist ja schon lange von der Kette gelassen worden, aber ein Teigmaschinenhersteller, der in seinem Slogan „Dough-how“ unterbringt, hat augenblicklich meinen Respekt.

Auch die Wohltäter von „ChariTea“ beweisen kalauertechnisch höchste Treffsicherheit. Nicht aber die voll auf Nüsse setzenden Leute von „Well Nuss“; das kann man einfach nicht richtig aussprechen – je nach voreingestelltem phonetischen Sprachmodus scheitert man entweder am W oder am u.

Die Firma „Tussi on Tour“ hingegen kalauert überhaupt nicht, sondern alliteriert nur. Sie gibt sich aber viel zu pink, um nicht zur Illustration des heutigen Blogeintrags missbraucht zu werden. Was sie eigentlich herstellt, weiß ich allerdings auch nicht. Tussis?