10 Mai 2013

Tage des Elends

Was vom Herrentag übrigbleibt, liegt danach gerne mal in der Seilerstraße rum.

Eine Stunde später war die fotografierte Stelle allerdings schon wieder verwaist – wenn man von der langsam trocknenden undefinierbaren Flüssigkeit absah, die breitflächig Richtung Rinnstein rann.

Es sind Tage des Elends, fürwahr. Gestern stand ich am Bahnhof Altona, als ein – wie man so schön sagt – distinguierter Herr um die 70 den Bahnsteig abschritt.

Sein Haar war weiß und schütter, sein Sakko saß gut, er trug einen Regenschirm, Jeans und tadellose Schuhe. So weit, so gut, doch plötzlich war nichts mehr gut.

Denn er beugte sich über den vierlöchrigen Mülleimer, schaute in jede Öffnung, griff hinein, wühlte drin herum, fand nichts und ging zur einfahrenden Bahn, als sei er nichts weiter als ein distinguierter Herr.

Beim Einsteigen bedeutete er höflich einem jüngeren Mann, er möge vor ihm die Bahn betreten, der lehnte ab, bat seinerseits den Herrn, ihm voranzugehen, und der nahm lächelnd an.

Wahrscheinlich stieg er schon an der Holstenstraße wieder aus. Dort gibt es den nächsten Mülleimer.

Kommentare:

  1. Raoul01:40

    Gesegnet seien diejenigen, die am Herrentag arbeiten dürfen. Man unterliegt nicht der Versuchung bestimmte Genußmittel zu konsumieren, lässt sich nicht zu einem spontanen Nickerchen auf dem Asphalt hinreißen, muß weniger Flüssigkeiten kostenfrei abtreten, ist noch in der Lage Beiträge zu lesen, zu kommentieren und sich die Sachlage schönzureden.

    Außerdem wäre mir das neue Design des Blogs sonst gar nicht aufgefallen. Obwohl ich grafische Veränderungen an bekannten Dingen nie mag (außer sie waren vorher unsagbar hässlich), empfinde ich dieses Design als...nicht besonders störend. Ein schön-subtiles Statement zum neuen 5-Euro-Schein.

    AntwortenLöschen
  2. Ein Mann mit Stil!

    Und ein klares neues Layout des Blogs.

    AntwortenLöschen
  3. Neues Layout, ich bin sprachlos, es hat mich direkt erschreckt.
    Nicht weil es mir nicht gefällt, sondern weil es mich so unvorbereitet erwischt hat.
    Mal was anderes, hell und klar. Find ich gut.

    Aber was anderes. Ich oute mich mal. Auch ich schaue hin und wieder mal in Mülleimern nach, nur wühle ich nicht darin herum. Aber viele Leute werfen ihr Geld einfach so zum Fenster raus. Eine Dose 25 Cent, manche Wasserflaschen 15 Cent und eine Bierflasche 8 Cent. Wenn man das liegen lässt, in der heutigen Zeit, wo das Geld immer knapper wird, wäre man doch blöd.

    AntwortenLöschen
  4. Die Überarbeitung geschah übrigens auch für mich recht überraschend – und liegt an Google … Immerhin gibt es mehr Features, damit tröste ich mich.

    AntwortenLöschen
  5. Ich habe mal - ohne zu wühlen, nur bei zufälligem Runterschauen - ein gut mit Münzen befülltes Sparschwein in einem Mülleimer in einer U-Bahnstation gefunden. Kann sich also schon lohnen, ab und zu ein bisschen genauer hinzusehen.
    Und -Haaahaa!- habe also nicht nur ich inm der blogg-hittn das blogspot-Problem, dass die Anzahl der Kommentare nicht angezeigt wird (was ich irgendwie ärgerlich finde). Auch bei Ihnen hier hält es die Anzeige mit "Keine Kommentare", "1 Kommentar" und "Kommentare".

    AntwortenLöschen
  6. Anonym14:19

    Das lay out ist hell und klar, m. E. ein Gewinn. Zugleich natürlich eine Geschmacksfrage.
    Nur die Anzeige der Kommentaranzahl (ob bzw. wieviele) ist wohl etwas steigerungsfähig.
    Habe gerade etwas nettes entdeckt:

    http://www.youtube.com/watch?v=Fmtmgxk2J1g

    AntwortenLöschen
  7. Sehr geehrter Herr Wagner,

    Ihre Internetseite sieht auf meinem iPhone auf einmal so aus, als hätte sie ein 12jähriger mit Windows 95 geupdated. Was mache ich falsch? Das kann nicht mit Ihrem Einverständnis passiert sein.

    Meinen Kommentar schreibe ich gerade von einem Windows 7 - Firefox - Walther P1 - Laptop. Sieht aber ebenfalls komisch aus.

    AntwortenLöschen
  8. Hm, bei mir sieht es ganz normal aus (iPhone, Safari). Wenn Sie die Vögelchen meinen, die mir Blogspot unterjubelt: Ja, das ist gewöhnungsbedürtig. Ich interpretiere Sie einfach als jene Tauben, um die es im Blog immer mal wieder geht. Label: „Tiere“.

    AntwortenLöschen
  9. Dann muss ich damit leben.

    Ihre Tauben interessieren mich nicht. Schreiben Sie doch mal wieder etwas über Ihren Heimatverein, den ortsansässigen.

    AntwortenLöschen
  10. Um die Anzahl der Kommentare wieder anzuzeigen muss man selber etwas schrauben, google kommt nicht in die Puschen. Eine Anleitung gibt es hier: http://bit.ly/19cVH6f

    AntwortenLöschen
  11. Danke für den Tipp! Leider aber sieht mein Vorlagendokument anders als als das beschriebene, deshalb kann ich die Anleitung nicht anwenden …

    AntwortenLöschen
  12. ich verweise da gerne auf die Aktion Pfand gehört daneben.
    http://www.pfand-gehoert-daneben.de/

    AntwortenLöschen