04 Mai 2012

Die gemütlichsten Ecken von St. Pauli (70)

Wie auch immer die Saison für den FC St. Pauli ausgeht (Sonntagabend mehr): Es war schön auf der Haupttribüne. Und zwar aus Gründen.

Einer davon war mein Sitznachbar, der honorige Herr Tüsselmann. Er war stets vor mir da und sicherte seit dem dritten Spieltag immer eine Stadionzeitung für mich mit, weil ich Schussel sie jedesmal abzugreifen vergaß (und irgendwann im Vertrauen auf Herrn Tüsselmanns zuverlässige Fürsorglichkeit auch gar nicht mehr zu beschaffen versuchte).

Der im verblüffend hitzezähen Thermoplastikbecher servierte Espresso vom Kaffeewagen war weitaus besser als in den meisten Cafés dieser espressotechnisch – zumindest im Vergleich zu Rom – armseligen Stadt. Und dafür zum Ausgleich auch billiger.

In den großzügig bemessenen Toiletten, nach denen sich die Fans im Stadion an der Müllverbrennungsanlage (verzeihen Sie das nach bestem Wissen und Gewissen unappetitlich schiefe Bild) alle zehn Finger lecken würden, musste ich niemals Schlange stehen. Was zugegebenerweise auch damit zu tun hatte, dass ich diese Räumlichkeiten sicherheitshalber immer schon in der 40. Spielminute aufsuchte – und trotzdem bisher kein einziges Tor verpasste.

Ja, es war schön auf und unter der Haupttribüne – und diesen Satz schreibe ich mit letzter Tinte, denn ob ich je noch mal zu den wenigen Auserwählten gehören werde, die sabbernd vor Dankbarkeit 640 Euro für den Kauf einer Saisonkarte hinzublättern bereit sind: Wer weiß das schon.

Hier also eine kleine Fotohommage an einen der gemütlichsten Orte weltweit, wenn nicht von ganz St. Pauli: das Millerntorstadion.
























Kommentare:

  1. Schöne Erinnerungsfotos von einer aufregenden Zeit.

    Für Sonntag drücke ich ganz dolle die Daumen.

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  2. Danke, aber das ist alles hoffnungslos.

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  3. Nihilistin12:59

    Ui ui ui, Herr Matt. Da musste ich grad ne Träne im Augenwinkel zerdrücken. Trotz Fußballcontent. Das haben Sie wirklich ganz doll schön geschrieben, so.

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  4. Herr Matt, bekanntlich stirbt die Hoffnung doch zuletzt, also Kopf hoch.

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