Ich hatte drei Tage vorher längst abgesagt wg. prognostizierten neunzehn Grad und Regen, doch als der Franke am Tag des Spiels mit einem plötzlich herrenlos gewordenen Ticket wedelte und sich die Wetterlage (nunmehr achtzehn Grad und heiter) deutlich freundlicher gerierte, sagte ich doch zu.
Also fanden wir uns im Volksparkstadion ein, das ich normalerweise meide wie einstmals Inkasso-Henry ein Achtsamkeitszentrum. Dort – also im Volksparkstadion – fand das DFB-Pokal-Spiel des Hamburg-Eimsbütteler Ballspiel-Clubs gegen den Champions-League-Teilnehmer Borussia Dortmund statt – und ich hoffte durch meine bloße Anwesenheit zu einem Weltrekord beizutragen und mich deshalb hinfort Co-Weltrekordler nennen zu dürfen. Denn wie ich (irrtümlich) annahm, wäre bei einem Publikum von rund fünfzigtausend sichergestellt, dass sich in der Geschichte des Homo sapiens noch nie so viele Menschen aufgemacht hätten, das Pflichtspiel eines Fünftligisten zu besuchen. Und um einen solchen handelt es sich beim HEBC.
Allerdings gab es, wie mir hinterher ChatGPT erklärte (was ich natürlich auch vorher hätte erfragen können, ich Schlaumeier), bereits zwei historische Partien in England unter Beteiligung eines Fünftligisten, die in puncto Besucherzahl mich, den Franken und die restlichen fünfundvierzigtausendneunhundertfünfzehn Anwesenden locker toppten. Das ging bei den Briten (die spinnen, wie wir seit Asterix wissen) sogar hoch bis über achtzigtausend. Verifizieren Sie das bitte selbst.
In einem anderen Punkt bin ich allerdings sicher, doch zum Weltrekordler aufgestiegen zu sein. Denn ich kann mir kaum vorstellen, dass jemals in der Geschichte jemand so deppert gewesen ist, vierundvierzig Euro für das Spiel eines Fünftligisten zu löhnen (den Champions-League-Teilnehmer betrachten wir jetzt einfach mal als Bonusfeature). Wir schon.
In der nächsten Ausgabe des Guinness-Buchs der Rekorde erwarte ich gemeinsam mit dem Franken et. al. namentlich aufgeführt zu werden, sonst will ich mein Geld zurück.
