Neues aus dem Pinklichtviertel
Zum vierhundertsten Geburtstag der Reeperbahn steht seit Kurzem die hier abgebildete rosaste Skulptur von ganz St. Pauli am östlichen Anfang jener Straße, die diesem Blog den Namen gab. Das Kunstwerk weckt – zumal im Gleiß des Morgenlichts – das spontane Bedürfnis nach einer Sonnenbrille mit frei justierbarem Farbfilter. Erstaunlich übrigens, dass die Wohn- und Verweildauer von Ms. Columbo und mir auf der Rückseite der Reeperbahn bereits ein Dreizehntel der Gesamtexistenz dieser Straße ausmacht. Das hätten wir uns dermaleinst, als wir unversehens hierherzogen, keineswegs träumen lassen.
Die Hintergrundfarbe dieser Willensbekundung folgt dem oben skulptural gesetzten Trend. Die Frage, wo der Rollstuhlfahrer eigentlich dabei sein möchte, erübrigt sich wohl – bei allem natürlich, und mit Recht.
Farblich ebenfalls dem titelgebenden Spektrum zugehörig sind die öffentlichen Hamburger Mülleimer. Ihre kalauernden Sprüche indes wurden offensichtlich nicht immer brutalstmöglich Korrektur gelesen, sonst verwechselte dieser Eimer wohl kaum die Seele mit der Seligkeit. Warum eigentlich engagierte man zur Sicherheit nicht uns, mich und Ms. Columbo, die wir vom Fach sind? Werden wir nie erfahren.
Heftig ins Rosafarbene lappt auch der rohe Lachs im Pop-up-Streetfood-Restaurant Izakaya by Dokuwa in der Karolinenstraße. Die mitgelieferte befüllte Kanüle sorgte bei mir zunächst für ratloses Stirnrunzeln, bis mir dämmerte, dass es sich wohl doch nicht um den nächsten Gratisschuss, sondern um applizierbar aufbereitete Sojasoße handelte.
Die schwerstamputierte Puppe hinter Gittern unten wacht seit Jahr und Tag über die Wohlwillstraße. Mir scheint allerdings, dass auch sie in jüngerer Zeit enorm an Rosa zugelegt hat. Fände ich den Artikel noch, der sich hier im Blog vor langer Zeit schon einmal mit ihr beschäftigt hat, so könnte ich das sogar verifizieren. So aber nicht.
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